Von Zeit zu Zeit denke ich darüber nach mir mal wieder vorzunehmen zu jedem Kapitel, oder zumindest jeder Geschichte die ich lese auch ein Review zu schreiben und sei es nur ein ganz kurzes.
Ich nehme mir es nicht vor, da ich weiß, dass ich es sowieso nicht einhalten werde. Aber vor allem weil ich bei vielen Sachen die ich lese, bzw. als Story Operator lesen muss nichts weiter denke als: Was für ein Scheiß.
Das würde wohl nur böses Blut geben, wenn ich diesen Satz als Review posten würde und das gleich bei mehreren Geschichten hintereinander.
Der Punkt ist der: Es wäre ehrlich. Aber es würde wohl als Flame denken.
Das hieße, Ehrliche Reviews sind Flames?
Flames sind persönliche Angriffe auf den Autor, zumindest habe ich so verstanden. Ich darf schreiben: Deine Geschichte ist scheiße. Ich darf nicht schreiben: Deine Geschichte ist scheiße, weil Du scheiße bist.
Die Crux daran ist die Tücke der virtuellen Konversation. Mein Gegenüber liest nur die Worte. Dazu fehlen meine Mimik, meine sonstige Körpersprache und der Tonfall. Es ist, als würde alles völlig emotionslos auf Punkt gesprochen, ohne Ausdruck. Eine sehr reine Form der Sprache, welche paradoxerweise deren Doppeldeutigkeiten und Tiefen in seltener Deutlichkeit in Erscheinung treten lässt.
Das heißt im Klartext: Ich schreibe "Deine Geschichte ist scheiße" und meine auch nur "deine Geschichte ist scheiße." Jedoch kann es als Version zwei (Deine Geschichte ist scheiße, weil Du scheiße bist) aufgefasst werden.
Das Problem ist auch, dass sich nicht beweisen lassen kann, wie die Aussage gemeint war. Es steht Wort gegen Wort. Die perfekte Lüge.
In dubio pro reo. Im Zweifel für den Angeklagten.
Mit Kritik umgehen zu können will und muss gelernt sein. Ich selbst gebe ganz ehrlich zu, dass ich es nicht kann. In vielen Fällen würde ich den Leuten am liebsten an die Gurgel springen, wenn sie nur einen kleinen Rechtschreibfehler kritisieren.
Aber die Erfahrung zeigte mir: Je mehr ich mich aufrege, desto schlimmer wird es.
Bei einem Review gibt es nicht nur die zwei Möglichkeiten: Es ist ein Flame oder es ist keins, sondern auch Möglichkeit drei: Ich halte es für ein Flame.
Um herauszufinden wie die Worte gemeint waren empfiehlt es sich, den Urheber der Kritik einfach zu fragen. Allerdings nach Möglichkeit nicht nach erstmaligem Lesen des Reviews, wenn die Emotionen noch Achterbahn fahren und man demjenigen lieber gleich mal eine saftige Meinung um die virtuellen Ohren hauen will.
Antwortet der Reviewer nicht, kommt Schritt zwei, welcher übrigens immer getan werden sollte, auch wenn man eine Erklärung seines Lesers erhält:
Denken.Nachdenken ist noch besser. Das klingt sehr zynisch, ist es auch, aber trotzdem muss ich es so deutlich ausdrücken. Handlungen resultierend aus Emotionen geschehen meistens aus dem Affekt heraus, eben ohne noch einmal nachzudenken.
Denn auch wenn man es sich nicht eingestehen will, man sollte zumindest so fair sein und die reine Möglichkeit in Betracht ziehen, dass der Reviewer im irgend einem Punkt Recht hat.
Denn wenn man dem Reviewer vorwirft keine Ahnung der Geschichte zu haben, was auf einer Art sogar zutrifft, denn niemand kann in euren Kopf sehen, dann könnt ihr auch davon ausgehen, dass ihr keine Ahnung habt, wie die Geschichte bei eben jenem Reviewer ankommt. Denn ihr könnt genau so wenig in dessen Kopf sehen.
Wobei wir wieder beim Anfang wären: Worte im Internet sagen viel und bedeuten viel. Je nachdem wer die Worte liest, werden sie auf eine andere Art verstanden, als sie gemeint waren. Das gilt für Reviews und Geschichten.
Zu guter Letzt sollte man sich fragen, ob sich das Aufregen wirklich lohnt. Denn wie ich bereits sagte, ist der Schaden am Ende größer als der Nutzen. Im schlimmsten Falle schlittert man in einen Flamewar hinein und kann keine Geschichte mehr veröffentlichen, ohne das man wirklich beleidigende Kommentare bekommt.
Wer streitet sich schon gerne? Jeder hatte bestimmt schon einmal einen Streit mit einer Person, welche er im realen Leben kennt. Für mich ist das nicht gerade ein schönes Gefühl. Warum sollte ich also einen nervenaufreibenden Streit mit einer Person beginnen, die ich nicht einmal kenne; vor allem wenn besagter Streit vielleicht auf einem reinen Missverständnis beruht?
Leuten die Meinung zu geigen macht Spaß. Aber kotzt euch privat aus. Oder anonym in einem Chat oder einem Forum. Das tut gut und verletzt niemanden. Dann denkt noch einmal nach, fragt nacht und wenn ihr immer noch nicht damit leben könnt, sucht eine Möglichkeit, das Review löschen zu lassen.
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Das kommt dabei heraus wenn ich eigentlich an einer FF schreiben will. Nun ja. Es ist kurz vor zwölf und ich denke mal wieder zu viel nach. ;o)